Wirtschaften der Zukunft

Wirtschaften der Zukunft

Arena der Blickwinkel

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Wirtschaften der Zukunft. Dieser Podcast ist als Wegweiser für wirtschaftliche Themen zu sehen, die zukünftig entscheidend sind. Mein Fokus liegt dabei auf den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit den verschiedensten Gästen, die ich begrüßen darf.

Ich bin Britt Lorenzen und heiße euch herzlich willkommen. Seid mein Gast in der heutigen Folge. Mit Bettina Horster werden wir heute konkret zum Wirtschaften der Zukunft.

Pflege, demografischer Wandel, KI, Digitalisierung, kann das funktionieren? Bettina, warum sollten wir heute diesen Podcast bis zum Ende machen? Ja, erst mal danke, dass ich dabei sein darf. Es ist sehr, sehr wichtig, dass viele, viele Menschen wissen, dass es Möglichkeiten gibt, dass das Altersheim warten kann. Dass ich lange, lange zu Hause bleiben kann, auch wenn ich schon viele Einschränkungen habe.

Hervorragend, sagt jemand, der von der EU-Kommission, von den Vereinten Nationen, von der Hongkonger Sozialbehörde und vom Bundeswirtschaftsministerium nicht nur ausgezeichnet wurde, sondern verdammt wertgeschätzt wird. Liebe Bettina, schön, dass ich mit dir in den Dialog kommen kann. Vielen Dank.

Ein herzliches Willkommen zum heutigen Podcast Wirtschaften der Zukunft. Es geht um die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Und wenn ihr jetzt denkt, Mensch, soll ich da wirklich zuhören? Dann, liebe Bettina, dann werden wir unsere Gäste eines nicht besseren belehren, aber neugierig darauf machen.

Dr. Bettina Horster, du bist an meiner Seite. Es geht um die regulatorischen und auch technologischen Themenfelder im Bereich Digitalisierung im Gesundheitswesen. Wow, schwere Kost.

Und doch können wir sagen, wir machen Lust darauf, dass nicht nur unsere Gäste heute zuhören, sondern dass das etwas ist, was uns alle betreffen wird, entweder persönlich oder im unmittelbaren Umfeld. Mit Bettina haben wir jemanden an unserer Seite, die weltweit ausgezeichnet wurde, unheimlich viele Preise in Empfang genommen hat. Und liebe Bettina, wenn du dich selber beschreiben müsstest, ich möchte nicht sagen mit drei Schlagworten.

Aber wer bist du außer Informatikerin, dass du uns, wenn es um das Gesundheitswesen der Zukunft geht, einen Beitrag heute leisten kannst und damit ein herzliches Willkommen. Vielen Dank. Ich freue mich auch, dass ich da sein darf, Britt, und dass du mich besuchen kommst mit deinem Podcast.

Ja, was soll ich sagen? Ich bin selber pflegende Angehörige gewesen. Ich habe sowohl meine Mutter als auch meinen Vater gepflegt und da bekommt man schon ein Gefühl, was braucht es eigentlich, was ist wichtig und was kann man weglassen. Mir ist immer wichtig, mein Motto ist dabei, das Altersheim kann warten.

Ich denke, das geht den meisten so. In Umfragen wird immer gesagt, 90 Prozent der Leute möchten nicht ins Altersheim und werden es auch nicht können, weil wir einfach die Ressourcen nicht haben. Also insofern bemühen wir uns, alles zu tun, um das Altersheim tatsächlich warten zu lassen.

Und das ist auch so ein bisschen meine Mission. Mission in life hört sich groß an, aber darum geht es mir. Und deshalb bin ich da wie so ein Terrier, hartnäckig dran, festgebissen, dass es klappt, weil es ist ein Zukunftsthema.

Und das ist schön, dass ich hier sprechen darf, weil viel zu wenig Menschen wissen, was es alle schon tolle Sachen gibt, die man machen kann. Ja, also die wissen es nicht. Die denken immer, der Notrufknopf wäre schon das Ende der Fahnenstange und dabei ist es noch nicht mal der Anfang.

Über dem Ganzen steht natürlich die Frage, wie bewältigen wir den demografischen Wandel? Und da habt ihr etwas entwickelt, wo wir heute auf jeden Fall darauf eingehen werden. Und trotzdem bin ich neugierig, nochmal in Bezug auf deine Person, weil du hast Auszeichnungen bekommen, die nicht nur in Hongkong ansässig sind, nicht nur die EU-Kommission ist auf dich aufmerksam geworden, sondern ja, du bist jemand, der was geschaffen hat, dass man uns hier nicht nur zuhören sollte, sondern vor allem dir und euch. Für was bist du ausgezeichnet worden? Und das ist keine Lobhudelei, sondern einfach nochmal einen bewusst machen, wie wichtig das ist, dass das so auch wahrgenommen wird.

Genau, also wie gesagt, das ist in der Bevölkerung noch nicht so gut angekommen, wie wir uns das wünschen würden. Aber natürlich, die Politik und Politiker, und das gilt für die ganze Welt oder fast die ganze Welt, wenn man vielleicht Afrika ausklammern, alternde Gesellschaften, das ist das Problem schlechthin. Und eigentlich sind wir gar nicht so gut darauf ausgerüstet, das zu tun.

Und ja, deshalb, weil wir eine Lösung geschaffen haben, um Menschen länger, selbstbestimmt und sicher zu Hause leben lassen zu können, deshalb gab es die Auszeichnung. Und es ist halt ein wahnsinnig wichtiges Thema und da brenne ich für. Es ist wirklich wichtig.

Was macht dir, ich möchte nicht sagen, anders als andere, weil Thema Gesundheit, Demografie, Digitalisierung, KI, das schwirrt ja durch alle Gazetten, darf ich das mal so liebevoll ein bisschen frech provozierend sagen, der RegioStars Award, den ihr von der EU-Kommission bekommen habt, was genau hattet ihr da im Fokus, dass die EU gesagt hat, wow, das muss ausgezeichnet werden, um natürlich auch im nächsten Schritt Sichtbarkeit zu zeigen? Ja, eben, die Städte und Gemeinden, die leiden natürlich insbesondere darum, weil sie müssen sich in der Daseinsfürsorge um ihre Bürger kümmern und die haben die Aufgabenstellung, hier etwas zu tun. Und der RegioStar Award geht in die Region. Und wie gesagt, leider sind wir in Europa auch eine sehr, sehr alte Gesellschaft und wir müssen uns darum kümmern, wie werden wir in Zukunft leben, wie werden wir das sicherstellen, dass die Menschen in Würde altern können und am liebsten zu Hause.

Und dafür haben wir ein digitales Assistenzsystem geschaffen, das es den Menschen ermöglicht. Und das ist wirklich eingeschlagen damals wie eine Bombe. Wann ist damals? Kannst du uns die Jahre sagen? Ja, das kann ich sagen, dass wir haben angefangen mit diesem Thema vor zehn Jahren.

Also das ist kein Schnellschuss, es sind wirklich sehr komplexe Vorgänge, die man da im Blick haben muss. Wenn man eine Plattform schafft, die den Menschen halt hilft, lange zu Hause zu bleiben, wie machen wir das? Wir gucken nach, ob da irgendwelche Stürze in der Wohnung passiert sind. Ihr geht in die Wohnung dann in dem Moment oder wie sammelt ihr eure Daten zusammen? Ja, also.

Die euch reinlässt, sag ich jetzt mal. Genau, die Vivi ist Gast und das ist die freundliche Begleiterin, die digitale Assistentin, die ist in der Wohnung. Und in der Wohnung gibt es dann auch noch Sturzmelder.

Und die Sturzmelder, die passen gut darauf auf, dass wenn jemand auf den Boden fällt, dass eben ein Alarm, eine Alarmierungskette losgetreten wird und die Leute, die Angehörigen und Zugehörigen dann auch informiert werden. Und wenn der gar nicht hochkommt und keiner meldet sich, dann geht das sogar bis in den Hausnotruf. Dann sind wir dann wieder beim Knopf.

Aber wir brauchen keinen Knopf, weil wir körperfern mit den Sensoren, die sind in der Decke. Und das ist halt eben neu. Ich muss mich um nichts kümmern.

Das passiert einfach. Und ja, da muss ich mir auch weniger Sorgen machen als Angehöriger, weil wir haben es mittlerweile so, dass 30 Prozent der Leute oder der Angehörigen mehr als 100 Kilometer von ihren Liebsten entfernt wohnen. Und was ist, wenn ich da anrufe? Ich weiß, Oma ist eigentlich zu Hause, hat das auch gesagt.

Meldet sich aber nicht. Die meldet sich nicht. Und da ist die innere Ruhe doch arg gestört.

Im schlimmsten Falle muss man halt auch mal hinfahren, um nach dem Rechten zu sehen. Und das ist etwas, was wir halt wirklich auch für die Angehörigen Gutes tun können. Was ist das Innovative daran? Weil ihr seid sowohl vom Ort im Land der Ideen, also der deutschen Standortinitiative ausgezeichnet worden, aber auch dem World Summit on the Information Society, einen Preis der Vereinten Nationen.

Also ich will jetzt gar keine Lobhudelei, aber die Dimensionen noch mal sichtbar machen. Ihr seid in Deutschland genauso auf dem Schirm wie auf EU-Ebene. Wir hatten die Vereinten Nationen gerade.

Was habt ihr geschaffen? Ich will nicht sagen, was andere nicht geschafft haben, aber was war das Innovative daran? Wir haben eine Infrastruktur geschaffen. Das hört sich jetzt irgendwie so ein bisschen strange an. Zu einfach, nie zu einfach.

Wir haben eine Plattform geschaffen, wo ich halt verschiedenste Sensoren andocken kann, was ich halt eben brauche. Brauche ich was zum Blutdruck messen? Brauche ich eine Waage? Brauche ich die Sturzmelder? Was kann ich andocken? Was brauche ich halt einfach? Also individuell auf den jeweiligen Haushalt? Genau. Und was halt noch viel wichtiger ist, wir haben mit der ViviBox halt eine wirkliche Begleiterin.

Denn wir haben sehr früh gemerkt, wo hakt es denn, wenn es den Leuten wirklich nicht mehr gut geht? Sprache verlieren die eigentlich als Letztes. Und deshalb kann die Vivi sprechen. Die hat einen Sprachassistenten und diesen Sprachassistenten haben wir selber entwickelt für einfachere Gespräche.

Und somit ist die Vivi datenschutzgesichert nach deutschen Datenschutz, also EU-Datenschutz und kann wirklich absichern, dass die Gespräche nicht irgendwo hin abfließen. Aber wie gesagt, Leute mit einer Demenz verlieren die Sprache zuletzt. Und deshalb können wir noch sehr, sehr lange die Leute unterstützen mit Terminerinnerungen, Trinkerinnerungen, Medikamentenerinnerungen.

Wir haben eine Eieruhr. Und wie gesagt, wir können therapeutische Spiele mit den Menschen machen, damit sie vielleicht auch sich ein bisschen ihren Sprachapparat, viele alte Leute reden sehr wenig, aber auch Gedächtnisspiele. Also da sind sehr, sehr viele Dinge drin, aber auch Witze, Tagesschau in 100 Sekunden.

Also die Vivi ist wirklich eine Freundin und so soll sie auch wahrgenommen werden und nicht als Überwachungstool. Aber das klingt mir zu einfach. Auf welche Widerstände seid ihr am Anfang gestoßen? Wo musstet ihr Überzeugungsarbeit leisten bis hin zu, ich sag jetzt mal, du hattest den Datenschutz gerade angesprochen, aber Überwachung sowohl der Person, die es betrifft und die mit dieser Unterstützung, ja, was du anfangs auch sagtest, so lange wie möglich im eigenen Haushalt bleiben kann.

Aber auch die Angehörigen, was kriegt sie denn noch alles mit? Also kannst du kurz noch mal aus den Anfängen berichten, welche Widerstände ihr erfahren habt, die aber wichtig waren, weil ihr sonst heute nicht dastehen würdet, wo ihr steht? Also eigentlich waren es keine Widerstände, sondern immer nur Unkenntnis und ungläubiges Staunen, was es alles schon so gibt. Also das ist hier mehr eine Sache, dass die Menschen überhaupt nicht wissen, was es schon alles Schönes und Gutes gibt. Und das war eigentlich das, was wir immer versucht haben, den Leuten näher zu bringen.

Es gibt eine Lösung für euch. Ihr müsst nicht ins Heim. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Da ist noch eine Chance. Also wenn jemand irgendwie körperlich so eingeschränkt ist, irgendwann gibt es natürlich den Punkt, wo es nicht mehr geht. Aber wir können das noch ganz, ganz lange rauszögern.

Und das ist doch das Schöne. Und vor allen Dingen, wir sind hier wirklich dem Datenschutz sehr, sehr verpflichtet. Wir lassen nicht jeden in die Sorgegemeinschaft rein, sondern das muss wirklich erlaubt werden von der Person.

Also wir wissen, dass wir hier schon sehr private Daten eben sammeln. Und die können ja dann auch in der App eingesehen werden. Zum Beispiel, wie oft die Person hingefallen ist.

Also selbst, wenn sie sich wieder aufgerappelt hat. Das sind schon so Daten, wo viele das gar nicht so gerne haben. Aber es ist wichtig, das nachher zu analysieren und mal zu gucken, wo steht der Mensch jetzt eigentlich.

Also man muss ja auch irgendwo sehen, dass es irgendwann mal unvernünftig ist, alleine zu bleiben. Wie viel IT-Affinität, möchte ich das mal beschreiben, brauche ich als jemand, der diese, ja das ist ja wie eine Uhr. Das ist eine Uhr, die ich sozusagen als Betroffener am Armband tragen könnte.

Was gibt es noch für Möglichkeiten, bis hin zu ich als Angehöriger, die hunderte von Kilometern eben von meinem zu, das muss ja noch nicht mal ein Familienmitglied sein. Das kann ja auch eine Freundin, ein Freund sein. Also das ist ja weit bestellt, dieses Feld.

Wie viel IT-Affinität brauche ich dafür? Gar keine, weil wie gesagt, für uns ist es wichtig gewesen, dass wir mit Sprache arbeiten und dass die Vivi eben sagt, was sie braucht oder was von Nöten ist. Ich möchte nochmal auf die Hardware eingehen. Du sagtest die Uhr.

Ja, die Uhr, damit fängt es an. Die Uhr ist der erste Schritt in der Patienten-Journey, wie es so schön heißt, Patientenreise. Es ist halt so, alte Leute werden nicht mehr gesund, die altern halt weiter.

Wie wir alle, ne? Ja, es ist halt so, es wird nicht besser und das ist wirklich so. Aber wir können halt die ganze Journey mit den Menschen mitgehen und zwar fängt es mit der Uhr an. Dass das gut für Menschen ist, die vielleicht kognitiv nicht mehr ganz so toll sind oder sonst irgendeine Krankheit haben und aber eigentlich noch nach draußen gehen und sich noch im öffentlichen Raum bewegen.

Dafür haben wir ein Geotracking und Geofencing. Das heißt, wir können sehen, wo befindet sich die Person und wo geht sie aus dem Radius raus, wo es dann wirklich ein bisschen kompliziert wird. Ja, das ist mir schon wichtig.

Und da wird ein kleiner Soft-Alarm bei den Angehörigen dann eben geschmissen. Ausgelöst. Genau, wo die eben sehen können, aha, jetzt ist sie doch ein bisschen weit weg.

Denn das ist schon wichtig, wenn ich nicht mehr ganz so okay bin, dass ich das schon ein bisschen im Überblick habe. Genau, das ist die Uhr. Die Uhr erinnert ans Trinken, die Uhr erinnert an die Medikamenteneinnahme.

Vibriert sie? Wie macht sie sich, kann ich sie auch abschalten, weil sie mich nervt und damit euer System unterbrechen? Ja, also das ist eine sehr gute Frage, weil wir haben hier eine Ein-Knopf-Bedienung, also ich muss mich nur mit einem Knopf kümmern. Das finde ich eigentlich ganz schön. Es ist auch so, dass ich die Medikamenteneinnahme quittieren kann und so wissen dann meine Liebsten, okay, die hat jetzt ihre Medikamente, also sie hat quittiert, dass sie ihre Medikamente genommen hat.

Ob sie sie dann genommen hat, keine Ahnung, aber sag mal, wenn jemand nicht will, dann ist das in Ordnung. Das ist so das Erste, was wir da so machen. Gibt's in Deutsch, Türkisch und Englisch, ist auch sehr wichtig.

Wir haben da auch eine Telefoniefunktion, Enkeltrick sicheres Telefonieren ist natürlich ein echtes Thema. Wir haben da ein kleines Telefonbuch drauf auf der Uhr und das kann man eben nutzen, um da richtig zu telefonieren. Ich brauche kein Handy, das brauche ich nicht, weil die Koppelung, Handy, Uhr klappt auch nicht immer gut.

Genau und das sind all die Dinge, die für alte Leute ganz wichtig sind, um hier noch eigenständig zu sein. So, dann bin ich auf der Phase 2, wo ich die Vivi-Box brauche. Die Vivi-Box ist, könnt ihr euch vorstellen, ist wie so eine Amazon-Echo-Show, kennt ihr auch mit dem Bildschirm und die hat eben auch ein Mikrofon und eine Kamera und wir planen da eben auch Tele-Heads und Tele-Care-Anwendungen drüber laufen zu lassen.

Aber was eben wichtig ist, die Vivi, die spricht mit einem. So, das kann man mit der Uhr nicht so einfach, sondern mit der Vivi kann man wirklich schön quatschen. Die hat halt auch eine Funktion gegen Isolation und Einsamkeit und würde auch, jetzt habe ich dich schon unterbrochen, auch du hattest das Thema Alzheimer, Demenz gerade angesprochen, sich auch so mit mir unterhalten, dass wenn also Geschichten, die ich erzähle und in der Regel dann ja immer häufiger auch wiederhole, wo mancher Angehöriger sagt, Mensch, oh, das hast du jetzt wie oft schon gesagt, wahrscheinlich auch darauf reagiert und sagt, Mensch, beim letzten Mal waren das aber noch fünf Menschen, die mit dir Kaffee getrunken haben, wo sind denn die anderen drei geblieben, weil jetzt sitzen wir nur noch zu zweit.

Also das würde auch gehen damit? Also die Vivi kann halt therapeutische Gespräche führen, also als Therapeut dabei sein. Wir haben aber auch geistliche Gespräche, was viele brauchen, dass sie ein bisschen geistlichen Beistand haben und auf Wunsch von einigen Leuten aus Baden-Württemberg haben sie sogar einen Schamanen eingefügt, wo wir dann eben Kraftorte beschreiben und wo man dahin geht. Und wir haben natürlich die Vivi als Freundin und nette Begleiterin.

Das heißt, ihr reflektiert auch viel mit euren Kunden, wie entwickelt man so ein Produkt weiter? Also das geht jetzt gar nicht darum, jetzt hier Werbung für euer Produkt zu machen, sondern Bewusstsein zu schaffen, was alles möglich ist, um mich im Alltag als Angehöriger zu entlasten. Und sie ersetzt natürlich nicht den Menschen vor Ort, der die schöne warme Tasse Kaffee dahin stellt, aber besser als nichts. Besser als nichts.

Definitiv. So und dann haben wir die Phase drei und auch das Phasenmodell nochmal zurückzukommen im Phasenmodell drei. Das ist dann, wenn es wirklich schon echt schwierig wird, dann brauchen wir Sturzmelder, weil gerade auch demenziell erkrankte Menschen, Schlaganfall gefährdete Menschen, Menschen mit Parkinson, die fallen halt sehr, sehr häufig hin oder sie haben epileptisch.

Also es gibt da ganz, ganz viele Sachen. Und wenn es dann wirklich schwieriger wird, kann ich ja nicht deshalb 24 Stunden jemanden da wohnen lassen. Und das ist dann häufig auch der Grund für den Umzug ins Altersheim.

Aber wie ich dir sagte, das Altersheim soll ja warten. Und deshalb haben wir da eben unter der Decke, das ist dann Inhouse, werden dann diese Sensoren in jedes Zimmer montiert. Und dann guckt die Vivi nach über die Sensoren, ob jemand auf dem Boden liegt.

Denn das Problem ist ja nicht, dass jemand fällt, wenn der sich wieder berappelt. Und das ist dann wieder alleine klar, was wirklich das ganz, ganz Schlimme ist, wenn die Leute hinfallen. Zum Beispiel ich bin mir die Schnürsenkel zu, kippe um und komme nicht mehr hoch.

Und dann liegen die Leute zum Teil tagelang auf dem Boden. Und das ist eine ganz schlimme Geschichte. Oder sie kriegen einen Schlaganfall.

Und das sind die Dinge, die wirklich sehr, sehr, sehr dramatisch sind und die halt eben auch alarmiert werden. Dann geht wirklich die Alarmierungskette los und da werden keine Softalarme, du könntest mal, sondern dann geht es wirklich um Notfall. Und was wir eben machen, die Notfallkette terminiert, wenn die Menschen das wünschen, im Hausnotruf, also in der Hausnotrufzentrale.

Das können zum Beispiel Johannita sagen oder Malteser, das sind die Größten. Und die haben dann im besten Falle halt eben auch einen Schlüssel und diese sogenannten Hintergrunddienste. Und dann kommt einer gucken, wenn die Angehörigen das nicht schaffen sollten.

Und das ist ganz, ganz wichtig. Dieses Gefühl der Sicherheit, das ist für alle, auch die Angehörigen, eine ganz wichtige Funktionalität, die wir anbieten. Und wir sind auch die Einzigen, wo die Pflegekasse gesagt hat, ja, wir bezahlen das.

Das wäre nämlich auch etwas. Also einmal auch nochmal zum Abholen. Also wir wollen keine Betroffenheit schaffen durch diesen Podcast schon gar nicht, aber das Thema, sondern einfach Lust darauf machen, sich damit zu beschäftigen.

Genau, der BWNer hätte jetzt die nächste Frage gestellt, bevor wir dann gleich auf unser Stilelement der steilen These zukommen, was kostet mich das? Weil wenn wir hören, was Pflege in Altenheimen kostet, wir kriegen, jeder von uns, glaube ich, kann eine Geschichte erzählen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Woher nehmen dieses Geld? Und je länger ich jetzt nicht nur, um Kosten zu sparen, diese Person in ihrem vertrauten Umfeld zu belassen, das ist ja auch etwas, ich will nicht sagen, was dem Gesundungsvorgang einen Beitrag leistet, sondern es kommt ihm sehr zugute, genau das ich eben. Und wie ja auch der Titel eines deiner Bücher ist, nämlich das Altenheim kann warten.

Aber was kostet mich das? Und da hattest du mir in unserem Vorgespräch auch gesagt, die Krankenkasse ist da ganz nah an unserer Seite. Wie viel wird davon übernommen, wenn nicht sogar alles? Wie viel auf was muss ich mich an? Kannst du so in Niskenich in Form von 100 Euro bis 1.000 Euro, aber kannst du so ein bisschen die Angst nehmen oder die Lust schüren, dass es ein Thema ist, nicht nur hier früher wir uns damit beschäftigen, sondern nehmt euch diesem Thema an, weil das kommt allen zugute. So, das ist eine ganz, ganz einfache Antwort, kostet nichts.

Geil. Nehmen wir, buchen wir beides durch die Krankenkassen? Die Pflegekassen, genau. Das ist so, wir haben halt, also das nennt sich Pflegehilfsmittelverzeichnis und da sind halt die Dinge drin, die von den Kassen vollständig erstattet werden.

Also das sind die einzigen Vollkasko-Elemente der Pflegekasse. Wie cool ist das denn? Vollkasko in der Pflege, das hätte ich gerne mal im Übertragen im Sinne. Das ist nur das einzige Element, was wirklich vollends von der Kasse getragen wird und das ist, wie gesagt, auch eine immense Arbeit.

Es ist sehr schwierig, das hinzukriegen, aber wir haben es geschafft. Und dafür seid ihr ja auch sichtbar ausgezeichnet geworden. Eine steile These zum Thema.

Liebe Bettina, eine steile These ist eines der Stilelemente in unserem Podcast und ich möchte jetzt nicht frech damit um die Ecke kommen, weil wir reden über KI, wir reden über Digitalisierung in einem sehr sensiblen Bereich, nämlich der Pflege, der Personen, die betreut werden, die einem am Herzen liegen. Und KI ist wichtig in der Pflege. Das wissen wir alle, nicht nur, wenn wir die Zeitungen aufschlagen, sondern das zum Teil eben auch im eigenen Alltag selber erleben.

Wir wissen auch, dass alle etwas tun müssen, sowohl die, die sie nutzen, als auch die, die sie auf den Weg bringen. Aber du bist in vielen, vielen Podien, in vielen Diskussionen. Du wirst als Expertin reingeholt.

Du bist in vielen Beiräten, Aufsichtsräten. Also ich will nicht sagen, wenn nicht du, dann kann eine Antwort darauf geben. Wo ist das aber? Wo ist in der Realität aber wirklich noch ein Hebel umzulegen, dass wir zeitnah, schneller eine Normalität für dieses Thema und für das Bewusstsein geschaffen bekommen? Ich weiß, das ist jetzt eine ganz lange, ist das jetzt eine Frage? Nein, aber kannst du mal eben laut denken, wo müssen wir alle uns noch mal mehr am Riemen reißen und sagen, Mensch, wenn wir das hinkriegen, in einem Zeitfenster von, sind wir echt gut aufgestanden.

Ja, also das Steil ist bei mir wirklich, ich gehe steil. Wenn ich das manchmal so höre, da wird dauernd erzählt von Digitalität in der Pflege. Was heißt das konkret? Ja eben, was soll das? Dann wird dann meistens, ja da wird, man kann Dokumente jetzt einsprechen.

Also das kommt jetzt wirklich nicht bei den Menschen an. Das ist eine Erleichterung. Das ist auch gut so für die Pflegekräfte, für die Pflegenden, ohne weiteres.

Aber was machen wir denn wirklich mit den Gepflegten? Die haben da eigentlich wenig davon. Und es wird immer so viel über KI in der Pflege gesprochen und eigentlich kommt so wenig bei den Leuten an. Und das ist ein Problem.

Das ist ein Problem der Kassen, der Politik, der Pflegenden zum Teil, dass es sehr, sehr schwierig ist, dieses Thema in die Köpfe der Menschen zu bringen. Also was muss passieren? Wie können wir, ich möchte nicht sagen, die Leute wach küssen, aber gibt es einfache Hebel, dass wir da so ein bisschen Wegbereiter, Brückenbauer, Übersetzer sein können? Ja, also das ist ja schon mal toll, dass ich hier sprechen darf. Also das finde ich super.

Und wie gesagt, das ist meine Mission in life. Und jeder, der es hören will oder auch nicht, bekommt das bei mir schon mal gesagt. Pass auf, operative Pflege muss produktiver werden.

Wir müssen Effizienzen heben, denn es gibt doch gar keine andere Industrie, wo dieser Hebel überhaupt nicht angewendet wird. Also stell dir mal eine Produktion, eine Produktion vor, wo die sagen, also wir machen doch keine, wir nehmen doch keine IT dazu. Unsere Werkzeugmaschinen, die fräsen wir noch selber und mit der Hand.

Wir machen alles in Manufaktur. Und so kommt mir das vor. Hier wird alles noch in Manufaktur gemacht.

Wenn ich mir das anschaue, wie der Pflegeberuf heute noch strukturiert ist, dann muss ich sagen, wenn ich in der Zeitkapsel vor 50 Jahren mich hätte einfrieren lassen. Da könnte ich heute nahtlos ansetzen. Und sage mir mal, den Beruf, da gibt es wahrscheinlich Schuster oder Friseur, aber es gibt nur ganz wenige Berufe, die halt diese Zeitkapsel eben diesen Versuch positiv zu Ende bringen können.

Und in der Pflege ist das einfach so. Und ich denke einfach, da wird auch dann so hochgegriffen. Da wird dann über den Roboter gesprochen.

Der Roboter, der wird kommen. Aber meine Prognose, die Dinger sind teuer. Es ist nicht so, dass man da für 10.000 Euro dann den perfekten Haushaltsroboter bekommt.

Sie können unterstützen, wie auch immer, aber Sie ersetzen in dem Moment die Menschen. Naja, also Greifen ist noch nicht so toll gelöst. Also das 3D-Greifen.

Das sind die Industrieroboter manchmal das Gleiche. Aber das ist ja in der Pflege, ist ja nun hoch. Also das wird kommen, aber ich denke, das wird noch einige Jahre dauern und dann werden die Kosten so hoch sein, dass es wahrscheinlich auch nicht funktioniert.

Also mein Petitum, nehmen wir doch, was es schon gibt, was gut funktioniert und was den Leuten ehrlich hilft. Sehr cool. Liebe Bettina, leider so ein bisschen mit Blick auf die Zeit, aber wir wollen ja neugierig machen, dass die Leute nicht nur über das Thema nachdenken, sondern vor allen Dingen auch mit dir und euch ins Gespräch kommen.

Und jetzt wird es persönlich. Die Frage nach der kleinsten Stärke. Das zweite Stil im Element unseres Podcasts ist die kleinste Stärke.

Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wie ihr vielleicht gemerkt habt, Bettina ist jemand, die lebt das. Also ich würde sagen, das Wort Ungeduld, das möchte ich ja in diesem Zusammenhang nie hören. Aber Bettina ist eine, die, wann kann ich es tun? Wann kann ich es machen? Was muss ich noch tun, dass ich mit Menschen in den Dialog noch intensiver gehen kann? Und im Vorfeld, und da bin ich jetzt gemein, nehme ich dir eine kleinste Stärke schon mal vorab.

Also Excel-Dateien sind dein Traumfeld. Das ist etwas, auch wenn ihr es jetzt sehen könntet, wenn Augen verdreht werden können. Das verstehe ich aber voll und ganz.

Aber wir kommen eben aus einem anderen Metier. Liebe Bettina, was ist deine kleinste Stärke? Ja, also ich verliere mich so ganz gerne in Details. Also ich bin eher so, ich sehe immer das große Ganze.

Und das ist ja auch ganz gut und ganz schön. Aber naja, also manchmal ist es dann schwierig, auf die wirklich kleinen Dinge, auf Details, ob die es wirklich ankommt, mal runter zu gehen. Und da habe ich schon so meine Schwierigkeiten.

Das nervt einfach. Und ihr hättet, bevor wir den Podcast gestartet haben, hatte ich hier das große, ja ich möchte sagen Glück, einmal was die IT-Seite, was die Technik bei mir jetzt hier gerade anging, aber auch deinen Mann kennenlernen zu dürfen. Und der musste schwunzeln, als ich ihn nämlich fragte.

Was ist denn die kleinste Stärke deiner Frau? Und das ist es ja im übertragenen Sinne, dass du, ich will nicht sagen, nicht zum Reflektieren immer parat bist. Das braucht ihr und das tut ihr ja auch. Aber ihr ergänzt euch so wunderbar.

Aber wo nimmst du dein, wer ist dein Think Tank in dem Moment, dass du einfach dieses große Ganze weiterentwickeln kannst? Puh, das ist ja mal wirklich eine schwierige Frage. Also ich lese halt wirklich viel und diskutiere auch mit Leuten, die, es gibt halt nicht sehr viele Leute, die wirklich viel Ahnung in dem Bereich haben. Da bin ich dann manchmal auch etwas einsam, muss ich leider gestehen.

Obwohl du so, sag ich mal, auf Deutschland, Europa, auf EU-Ebene damit und aber auch weltweit, wenn wir sehen das oder hören oder lesen, dass du nicht nur in Hongkong, sondern eben bei den Vereinten Nationen bist. Da gibt es nicht deine, ich will nicht sagen, Sparrings-Partner, mit denen du so weiterdenken kannst? Ja, hört sich jetzt blöd an, aber irgendwie gehen die Leute nicht so tief ins Thema rein. Also das ist wirklich so, deshalb, also das ist zum einen schade, zum anderen muss ich sagen, ja, bekomme ich einige sehr spannende Beratungsaufträge, weil ich muss wirklich sagen, regulatorisch ist das eine sehr, sehr, sehr komplexe Angelegenheit und ich hatte ja schon gesagt, wir waren die Ersten in diesem Pflegehilfsmittelverzeichnis der Pflegekassen und da gibt es halt sehr, sehr wenig Leute, die sich da auskennen und von daher bin ich wirklich in Deutschland schon eine der wenigen, die einen Überblick haben, was da so läuft und was da geht.

Also ich bin nicht die Einzige, aber es ist ein sehr rares Feld, ist aber auch hoch spezialisiert. Ja, spontan geht mir der Begriff des Rohdiamantens gerade durch den Kopf. Also das bist du, du bist ja schon viel mehr, weil du hast schon so viel oder er hat schon so viel auf den Weg gebracht, dass man, also schon fast, wenn ich jetzt gleich auch abschließend frage, Mensch hast du noch einen Wunsch, wenn es um die Pflege der Zukunft geht, wenn es um die KI und die Pflege, die Digitalisierung und das Schulterschluss mit der Pflege geht, sage Mensch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn ihr euch angesprochen fühlt, bitte nehmt Kontakt mit Bettina auf.

Ich will nicht sagen, egal auf welchem Level, aber jeder, du sagtest gerade, dass ihr ja in Kontakt geht mit den Angehörigen, dass ihr etwas weiterentwickelt, dass du von dem Schamanen bis hin zu, also ihr geht ja individuell darauf ein und doch habt ihr ja ein Grundprodukt, dass die Basis bildet und eben KI gestützt ist. Welchen Wunsch hast du, wenn es um das Wirtschaften der Zukunft geht, zu demografischen Wandel, Pflege, KI, Digitalisierung? Was geht dir da sofort durch den Kopf? Ja, dass man sich öffnet, den Themen, dass man die Themen wirklich ordentlich mal, ja, verinnerlicht. Es ist natürlich nicht schön über Alter, über Pflege nachzudenken, aber das ist wirklich, was wir tun müssen.

Wir sind eine alternde Gesellschaft. Es ist abzusehen, dass viel, viel mehr Pflegearbeit auf die Gesellschaft zukommt und dass wir nicht so und so viel Inder oder Mexikaner oder Filipinos hier nach Deutschland holen können, weil die fehlen dann in ihren eigenen Ländern. Das ist nicht in Ordnung und von daher, wir müssen wirklich eine ernsthafte Debatte darüber führen, wie werden wir effizienter, wie schaffen wir das, den demografischen Wandel, wie schaffen wir das, dass ein Drittel

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Über diesen Podcast

Der ehrbare Kaufmann und das Wirtschaften der Zukunft – sind das Konzepte, die sich miteinander vereinbaren lassen? Dieser Podcast sucht zusammen mit euch Antworten auf Fragen, wie diese. Denn in Zeiten, in denen wir so viel Veränderung erleben, ist der Austausch und der Blick auf verschiedene Perspektiven wichtiger denn je. Gastgeberin dieses Formats ist Britt Lorenzen, die euch herzlich Willkommen heißt. Ihr seid herzlich Willkommen, zuzuhören, aber auch, neue Perspektiven beizusteuern und damit Teil einer Folge zu werden. Ebenfalls herzlich Willkommen heißt Britt Lorenzen in jeder Folge einen Interview-Gast, oder auch mal eine Runde von CEOs und anderen Führungskräften. Dabei sprechen sie im Grunde genommen immer über die Herausforderung, wirtschaftlichen Fortschritt zu wagen in Vereinbarkeit mit sozialen Fragen, Nachhaltigkeit und der eigenen Gesundheit.
Dieser Podcast bietet euch Geschichten von Herausforderungen & Erfolgen, damit ihr davon inspiriert werdet und auch morgen noch mitreden könnt. Seid gespannt & hört rein!
Dieser Podcast ist eine Zusammenarbeit mit der Podcast Agentur an der Alster.

Zur Webseite:
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Kontakt via E-Mail: info@wirtschaften-der-zukunft.de

von und mit Britt Lorenzen | Podcast Agentur an der Alster

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